Das schrieb die Presse über:
"Viel Lärm um nichts"
Frankfurter Neue Presse / Taunus-Zeitung (Printausgabe vom 13.3.2007)
Von innig verliebt bis wutentbrannt
Von Michael Jacob

Bad Homburg. Sie steht im Mittelpunkt des turbulenten Geschehens bei „Viel Lärm um Nichts“ von William Shakespeare: die Liebe! Die einen sind in Leidenschaft entbrannt, die anderen können einander nicht ausstehen. So finden die Freunde und Günstlinge am Hofe des Prinzen von Arragon nichts vergnüglicher, als dies zu ändern. Die einen zu entzweien und die anderen zueinanderzubringen. Mit List und Tücke, Intrigen und hinterhältigen Possen scheint das Spiel zu gelingen, wenn da nicht doch aufrichtige Menschen mit dabei wären, die am Ende wieder die Knoten entwirren zu können.Die jüngste Produktion der Bad Homburger Volksbühne war schieres Vergnügen im doppelten Sinne: Einerseits konnte man den Wortwitz Shakespeares uneingeschränkt genießen und sich den Pointen hingeben. Andererseits war die Aufführung im schauspielerischen Sinne ein Höchstgenuss. Die Amateur-Darsteller wuchsen über sich hinaus, zeichneten die einzelnen Charaktere sehr feinsinnig und begeisterten durch hervorragende Sprachtechnik, die trotz der gedrechselten Formulierweise des Autors zu spitzen Wortgefechten führte. Ein geschickt gestaltetes Bühnenbild und prachtvolle Kostüme mit fantasievollen Masken rundeten die glanzvolle Inszenierung von Joachim Brunke ab.

Da ist zunächst das temperamentvolle Liebespaar zu nennen, das noch keine Liebe kennt und das jeweils andere Geschlecht verdammt: Wunderbar in Sprache und Ausdruckskraft Sylvia Bentum als Beatrice und mit kraftvollem, nahezu überschäumendem Temperament Thilo Berk als Benedict. Als Kontrast die innig Verliebten: Mona Friedel als naive und unschuldsvolle Hero und Helge von Kriegstein als zurückhaltender Claudio, der jedoch durchaus in Wut entbrennt, wenn er von der vermeintlichen Untreue seiner Angebeteten erfährt. Roland Schramm war ein despotischer Leonato und ihm zur Seite Detlev Byns als schelmischer Antonio. Sehr aristokratisch agierten Helmut Langer als Prinz von Arragon und Til Beyland als sein Halbbruder Don Juan.

Um Beatrice gefügig zu machen, preisen die Hofdamen (sehr lebendig: Katrin Viebig und Eva Lehmann) die Vorzüge Benedicts. Für viel Unterhaltung sorgten Roy Kullmann als Balthasar sowie Philip Förster und Manfred Streeb als seine Begleiter. Hermann Krämer war ein würdiger Mönch und last but not least boten die kauzigen Gerichtsangestellten das Bonbon zu einer insgesamt sehr gelungenen Aufführung: Jens Müller-Langerhans als Holzapfel, Joachim Brunke als Schlehwein und Jan Erik Hohl als Veit Haberkuchen.

Die Aufführung wird heute und morgen jeweils um 20 Uhr im Kurtheater wiederholt. Karten gibt es an der Abendkasse. Mit etwas Glück können fünf TZ-Leser auch je zwei Karten für Mittwoch gewinnen. Einfach um 11 Uhr unter (0 61 72) 92 73 62 anrufen.

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