Das schrieb die Presse über:
Heirat wider Willen

Die Taunuszeitung schrieb am 11.3.2008:

Wenn eine Millionärin einen Mann sucht
Von Michael Jacob

Bad Homburg. Die Produktionen der Bad Homburger Volksbühne zeichnen sich in erster Linie durch sehr treffsichere Besetzungen und hohes spieltechnisches Niveau aus. So erfreuten sich auch am Sonntag im fast ausverkauften Kurtheater die Besucher an der Komödie „Heirat wider Willen“ von Lawrence Roman, die weniger durch turbulente Handlung denn durch Wortwitz überzeugt. Unter der Regie von Ingrid Petry gelang eine kurzweilige und muntere Inszenierung, in der sich die Darsteller hervorragend profilieren konnten und für zwei Stunden der unbeschwerten Unterhaltung sorgten.

Die überaus erfolgreiche und millionenschwere Geschäftsfrau Stevie Mills soll nun doch mit ihren knapp 40 Jahren endlich unter die Haube gebracht werden – meint zumindest ihre Mutter Grace. Um das Vorhaben zu beschleunigen, wird ein Ehevermittler engagiert, der sich als äußerst zynisch und ziemlich arrogant erweist. Den ersten Heiratskandidaten Owen schnappt die beherzte Mutter ihrer Tochter schlicht vor der Nase weg. Der zweite, Wendell, lässt vielleicht ein wenig zu früh die Hosen herunter und wird von Stevie kurzerhand aus dem Haus geworfen. Darauf geben sich Heiratsvermittler Robin und Stevie ordentlich die Kante und . . . Nein! Zuviel soll nicht verraten werden, obwohl für versierte Komödien-Besucher der Ausgang des Geschehens eigentlich schon in der ersten Szene klar ist.

In einem prächtig gestalteten Bühnenbild agieren in den Hauptrollen Christiane Loos als sehr engagierte und willensstarke Stevie, die sich von der Männerwelt nicht so leicht an der Nase herumführen lässt, dann aber doch vor dem „starken Geschlecht“ klein beigeben muss – allerdings nur vorerst. Mit Erik Borner steht ihr ein Schauspieler zur Seite, der mittlerweile aus den Reihen der Volksbühne heraus ins professionelle Lager gewechselt hat und quasi ein „Gastspiel“ in Bad Homburg gab. Ohne viel Aufhebens, aber mit lauter kleinen und viel sagenden Gesten gestaltet er die Rolle des Heiratsvermittlers Robin. Anna Altheim als Mutter Grace hat ihre Ohren überall und weiß sofort die Gunst der Stunde zu nutzen, um den für ihre Tochter viel zu alten Galan ins eigene Bett zu entführen – und das schon in der ersten Nacht! Dieser Galan (Roland Schramm) lässt sich denn auch schnell verführen und erkennt, dass in seinem Alter so manche Dinge nicht immer noch ganz nach Wunsch funktionieren. Fuat Gören als Wendell Tucker versucht auch sein Glück bei der charmanten Stevie, musst aber schon bald das Weite suchen.

Weitere Aufführungen von 20 Uhr an im Kurtheater. Karten zu 12 oder 15 Euro gibt es an der Abendkasse.

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