Das schrieb die Presse über:
Die Physiker

Die Taunuszeitung schrieb am 25.11.2008:

Verrücktheit ist eine Frage der Perspektive

Von Michael Jacob

Bad Homburg. Es geht wirklich turbulent zu in der neuen Produktion der Bad Homburger Volksbühne. Schließlich steht die Komödie «Die Physiker» von Friedrich Dürrenmatt auf dem Programm. Es gilt einen wahren Balanceakt zwischen subtiler Komödie und albernem Schaustück zu meistern. Regisseur Joachim Brunke ist dies hervorragend gelungen. Er findet für seine Darsteller den richtigen Ton, um die Skurrilität der Irrenhaus-Atmosphäre glaubhaft zu vermitteln.

Im Fokus des Geschehens stehen drei angebliche Physiker, die sich als vermeintlich Verrückte ausgeben. Sind sie es denn wirklich? Geht es nicht vielmehr um eine mathematische Formel, die zur Vernichtung der gesamten Welt führen könnte? Wie es denn so ist, entpuppt sich eine ganz andere Person als wirklich verrückt, denn sie versucht, besagte Formel und damit die Macht über die ganze Welt an sich zu reißen. Es sei natürlich nicht verraten, wer diese Person ist. Schließlich soll den Lesern die Überraschung nicht genommen werden.

Die Produktionen der Volksbühne zeichnen sich seit vielen Jahren auf der Bühne durch semiprofessionelle Darstellungskunst und grandiose Rollenbesetzung aus. In den Rollen der drei angeblich verrückten Physiker brillieren Roland Schramm, Norbert Nasse und Helmut Langer.

Jeder weiß auf seine ganz eigene Art das Publikum hinters Licht zu führen und durch ständige Ungereimtheiten wirklich für einen glaubhaften Wahnsinn zu sorgen. Die weibliche Hauptrolle der Irrenärztin liegt bei Anna Altheim in den besten Händen. Sie changiert grandios zwischen der dominanten Chefin im Haus und der verwirrten Person, die sich zwischen den Ebenen des Geschehens befindet («Wer sich hier für wen hält, bestimme immer noch ich!»). Weiterhin großartig besetzt sind die Schwestern auf der Station mit Barbara Becker und Annette Stieniczka sowie die Pfleger Jamshid Amiri, Christoph Patzina und Fuat Gören.

Joachim Brunke ist es in der überaus kurzweiligen Inszenierung gelungen, alle Akteure ihren jeweils beachtlichen Leistungen gemäß in die Handlung einzubinden. So sind außerdem zu nennen: Thomas Bandy, Andrea Berty, Daniele Genuardi, Thorsten Herbert, Maximilian Mellinghoff, Lothar Striffler als Inspektor, der die mysteriösen Todesfälle aufzuklären hat, (auch verantwortlich für das tolle Bühnenbild), Jan Erik Hohl und Manfred Streeb, der auch für die Produktionsleitung verantwortlich zeichnet. Es spricht für sich, dass ein Amateur-Theater mit einer so großen Besetzung ein Stück mit grandiosem Erfolg auf die Bühne bringen kann, das zu den Klassikern des deutschen Theaters zählt.

Weitere Aufführungen sind heute und morgen, jeweils von 20 Uhr, an im Kurtheater zu sehen. Karten gibt’s an der Abendkasse.

Das schrieb die "Homburger Woche" nach der Aufführung:

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