Verwirrspiel mit Dame(n)
Wenn der Chef ein intaktes Familienleben fordert, kann das kompliziert werden
«Job-Suey» von der Volksbühne erntete im voll besetzten Kurtheater bei der Premiere großen Beifall.
Bad Homburg. Die Bad Homburger Volksbühne ist dafür bekannt, dass sie es versteht, die Rollen brillant zu besetzen. So war es auch bei «Job-Suey», einem Komödienklassiker von Edward Taylor. In der Hauptrolle konnte sich erstmals Lars Keitel, seines Zeichens eigentlich Musiker und Politiker, bewähren. Ihm zur Seite standen drei nicht nur charmante, sondern auch souverän agierende Damen: Christiane Loos, Barbara Becker und Saskia Simunek. Den Gegenpol im Geschehen bildeten Detlev Byns und Karin Gerber.
Mit dieser Aufführung gab Michael Richter sein Debüt als Regisseur. Der erfolgreiche Finanzmanager Jim Watt hat ein großes Problem: Sein höchster Boss aus Amerika hat seinen Besuch angekündigt und erwartet ein intaktes Familienleben, da er selbst religiös und moralisch geprägt ist. Jim Watt hat zwar eine Freundin, aber immer noch keinen Trauring am Finger. Schmollend verzieht sie sich, als er ihr das nahezu unmoralische Angebot macht, für einen Abend seine Ehefrau zu spielen. Auch die Sekretärin kann nicht einspringen so bleibt nur noch die Putzfrau.
Als der Chef mit seiner Gattin erscheint, kommt es, wie es kommen muss: Die Putzfrau wird zuerst als Gattin in den Ring geworfen, dann aber erscheint die reumütige Freundin und schließlich auch noch die Sekretärin.
Es ist das typische Strickmuster einer Komödie, das für gute Unterhaltung sorgt. Wenn eine Frau in der einen Tür verschwindet, taucht die andere aus einer anderen auf. Turbulenz ist programmiert und wird von den Akteuren der Volksbühne geschickt umgesetzt.
Wer sich über den merkwürdigen Namen des Stückes Gedanken macht: Er ist einerseits ein Wortspiel, knüpft andererseits aber an die Chop-Sueys an, die Freundin Helen mitgebracht hat und die aufgrund der mangelnden Kochkünste der Putzfrau am Ende des Stückes serviert werden. Man sollte sich eine der weiteren Aufführungen definitiv nicht entgehen lassen. Diese sind heute und morgen jeweils um 20 Uhr im Kurtheater. Karten gibt es an der Abendkasse.
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