Aktuelle Pressemeldungen über die Volksbühne:
Das schrieb die Homburger Woche am 26.1.2012:
Die Taunuszeitung schrieb am 25.1.2012:

Mr.Volksbühne ist tot

Bad Homburg trauert um Heinz-August Möller

Völlig überraschend ist der langjährige Vorsitzende der Bad Homburger Volksbühne, Heinz-August Möller verstorben. Er wurde 73 Jahre alt.

Bad Homburg. Die Mitglieder der Volksbühne waren gerade beim Proben, als sie die Hiobsbotschaft per Telefon erreichte: Ehrenvorsitzender Heinz-August Möller war gestorben. "Wir waren völlig geschockt", sagt der stellvertretende Vorsitzende der Volksbühne, Rainer M. Ehrhardt. "Wir dachten alle, es ginge bei ihm gesundheitlich wieder bergauf." Vor eineinhalb Jahren hatte Möller bereits einen Schlaganfall erlitten. Eben weil es ihm schon besser ging und zur weiteren Erholung beschlossen er und seine Frau Dagmar, einen Urlaub im warmen Klima der Türkei zu verbringen. Dort ereilte ihn am Montag der Tod.

Möller war in vielen Homburger Vereinen aktiv. Bei der Gründung des Laternenfestvereins übernahm er den stellvertretenden Vorsitz, bei den Freunden des Carnevals fand er sein privates Glück: Denn hier lernte er seine Frau Dagmar kennen. Später war er Sitzungspräsident des Homburger Carneval Vereins.

Doch die Schauspielerei war die große Leidenschaft Möllers gewesen. Bereits 1956 trat der gelernte Kfz-Meister der Volksbühne bei. 1969 übernahm er den Vorsitz. 42 Jahre lang, bis zum März 2011, behielt er dieses Amt. Daneben war er von 1968 bis 1996 Vorsitzender des Landesverbandes der hessischen Amateurtheater. 2002 wurde er zudem mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Für sein Engagement wurde Möller 2011 zum Ehrenvorsitzenden der Volksbühne ernannt. "Dieses Amt hat er ausgefüllt", sagt Ehrhardt gestern. "Wir haben ihn immer noch als Tippgeber und Helfer gebraucht. Er hinterlässt fachlich und menschlich eine große Lücke."

Auf der Bühne hat Möller schon lange nicht mehr gestanden. Zuletzt führte er vor sechs Jahren in "Das Haus von Montevideo" Regie. Dennoch blieb das Ehepaar Möller in Homburg präsent. Gerne schlüpfte es bei festlichen Anlässen in die Garderobe eines wohlhabenden Bürgerpaares aus der Kaiserzeit. Aber auch als Nikolaus bei der Nikolaus-Parade war Heinz-August Möller mit von der Partie.

"Der Vorhang muss wieder aufgehen", sagt Ehrhardt. Und so wird die Volksbühne weiter an ihrem neuen Stück proben. Der Klassiker "Spanische Fliege" steht auf dem Programm. Auch Heinz-August Möller hat in diesem Stück früher schon gespielt. "Es war eine der ersten Rollen, die er damals bei uns übernommen hatte." Die Premiere wird am Sonntag, 19. März, sein. Und an diesem Tag wird das Ensemble sicherlich nicht nur für das Publikum im Saal, sondern auch für seinen verstorbenen Ehrenvorsitzenden und Freund spielen.

Das schrieb die "Homburger Woche" am 1.12.2011:
Taunuszeitung vom 28.11.2011:

Mord im Schrebergarten

72 Besucher bei der Premiere von „Kultur im Kleingarten“

Hobbygärtnerei und Literatur, da scheint es auf den ersten Blick wenig Berührungspunkte zu geben. Aber weit gefehlt. Eine "Kriminacht in der Kleingartenanlage" zeigt, dass Flora und Prosa gut harmonieren.

Von Klaus Späne

Dornholzhausen.       

Kerzen werfen riesige Schatten an die Wand. Gespannte Stille herrscht in dem düsteren, voll besetzten Raum. Wann wird der junge, hübsche Billy Weaver sein Leben aushauchen? Wann wird die scheinbar nette, schrullige Dame mit dem sanften Blick zuschlagen? Wird die alte Lady ihren Gast womöglich ausstopfen wie sie "alle ihre Lieblinge", also den Dackel und den Papagei und womöglich auch Mr. Temple und Mr. Mulholland, selbst präpariert hat? Und schließlich hat der 17-jährige Billy bereits von dem Tee getrunken, der so verräterisch nach bitteren Mandeln schmeckt. . .

Erzähler von Volksbühne

Der Erzähler variiert ständig die Tonlage. Mal säuselt er in der sanften, süßlichen Stimme einer kleinen, alten Dame, die ihren Gast mit einem Schild im Fenster mit der Aufschrift "Zimmer mit Frühstück" in ihr Haus gelockt hat, aus dem es offenbar kein Entrinnen mehr gibt. Dann wechselt er in eine sonore Männerstimme, um die Rolle vermeintlichen Opfers einzunehmen, das wie eine Beute im Netz einer Spinne zu zappeln scheint. Es ist eine lebendige Szenerie, die Rainer Maria Ehrhardt, Vizechef der Volksbühne, in der Kurzgeschichte "Die Wirtin" von Roald Dahl so plastisch zum Leben erweckt. Und das an einem Ort, der ansonsten nicht gerade ein Zentrum des literarischen Geschehens ist, sondern an dem es eher um Kartoffeln, Radieschen, Dahlien und Rosen gehen dürfte oder was sich Hobbygärtner sonst noch alles mitzuteilen haben.

Wolfgeheul und Schreie

Am Freitagabend jedoch mutiert die "Tannenwaldklause" in der Kleingartenanlage Mariannenweg zum Theater – vollzieht sozusagen den fliegenden Wechsel von der Flora zur Prosa. Für den spannenden Spagat zwischen den beiden Welten sorgen das Organisationskomitee der Bad Homburger Gartentage, die im Juni ihre Premiere feierten, die Volksbühne und der Kleingartenbauverein unter seinem Boss Frank Siebert. Sie haben sich zusammengetan, um hier in der Nähe des Kleinen Tannenwalds eine "Kriminacht in der Kleingartenanlage" abzuhalten – verbunden mit der Warnung "mehr als eine Lesung, Teilnahme auf eigene Gefahr". Der vielversprechenden Ankündigung folgten Taten.

Wolfgeheul und ein Frauenschrei durchbrechen die Nacht, während sich die Besucher langsam auf dem schmalen Weg vortasten. Links und rechts stecken Fackeln in der Erde, die der Dunkelheit ein flackerndes Licht abtrotzen und die nackten Bäume und leeren Hütten schemenhaft kurz auftauchen und dann wieder in der Düsternis verschwinden lassen. Am Ende des Pfads, über den zwischendurch Nebel wabert, steht dann plötzlich vor einer einsamen Hütte ein von Kerzen beleuchteter Sarg, im Hintergrund ertönt ein höhnisches Lachen. Was für ein verheißungsvoller Auftakt für einen besonderen Abend, mit dem Gartenfreunde und Theaterleute gemeinsam Neuland betreten.

Zwei Geschichten stehen dabei auf dem Programm. Zunächst ist die Reihe an Tina Kromschröder, Schauspielerin und auch sonst vielseitig engagierte Mitarbeiterin der Volksbühne. Sie liest aus Paula J. Matters Krimi "Ein eigenes Fleckchen Grün". Es ist die Geschichte von Jack Cooper, der nach dem Tod seiner Frau mit der Welt hadert, Sterbehilfe an einer Nachbarin leistet und sich danach selbst ins Jenseits befördern will. Ein schauriger, tragisch-komischer Stoff, der in der von Kerzen und lila Neonlampen ins Dämmerlicht getauchten Tannenwaldklause seine Wirkung entfaltet. Das übrige rustikale Ambiente des Raums mit dunkler Holzdecke, Gardinen und Stores an den Fenstern und Zinntellern an der Wand tut ein Übriges – alles ist wie geschaffen für eine Kriminacht.

Im August geht‘s weiter

Diese ist zugleich die Premiere für eine Veranstaltungsreihe "Kultur im Kleingarten", wie Barbara Jessen, Sprecherin der Gartentagemacher, den 72 Besuchern ankündigt. "Eventuell im August kommenden Jahres soll es mit der Volksbühne um "Berühmte Frauen und ihre Gärten" gehen. "Wir wollen das ganze Jahr Veranstaltungen rund um Garten und Natur machen", sagt Jessen. In Lothar Striffler, Chef der Volksbühne, findet sie dabei einen begeisterten Mitstreiter: "Die Idee der Kriminacht hat uns inspiriert, das kann man ausbauen." Was übrigens die Geschichte von Billy Weaver und der schrägen alten Dame betrifft, so bleibt das Ende offen. Aber es muss das Schlimmste befürchtet werden.

Das schrieb die Frankfurter Rundschau am 08.08.2011:
Das schrieb die Taunuszeitung am 29.3.2011:

Vorhang auf für die Neuen

Volksbühne wählt Vorstand – Lothar Striffler ist der neue Chef und will viele Mitglieder werben

Nach 42 Jahren hat Heinz August Möller sein Amt als Vorsitzender der Volksbühne niedergelegt. Mit ihm verabschiedeten sich auch seine Frau Dagmar, Ingrid Petry und Michael Richter aus dem Vorstand. Gemeinsam machten sie den Weg frei für einen Generationswechsel.

Von Muriel Frank

Die Jahreshauptversammlung der Volksbühne war – so gehört es sich für Bühnendarsteller – dramatisch, da voller Abschiede. Nicht nur, dass Heinz August Möller den Vorsitz nach mehr als vier Jahrzehnten abgab, auch Dagmar Möller, Ingrid Petry und Michael Richter verabschiedeten sich aus dem Vorstand. Alle vier hatten sich jahrzehntelang aufopferungsvoll für den Verein engagiert. «Wir waren uns zwar nicht immer einig, doch wir haben uns immer zusammengerauft und das in unseren Augen Optimalste für die Volksbühne erreicht», erklärte Ingrid Petry beim Abschied. Nach 20 Jahren als Zweite Vorsitzende im 50. Jahr ihrer Mitgliedschaft wird sie dem Verein aber weiterhin treu bleiben. «Die Volksbühne ist und bleibt meine zweite Heimat.»

Schatzmeister Michael Richter erklärte, dass er sein Amt mit gutem Gewissen übergeben könne, schließlich seien die Finanzen des Vereins stabil. Er setze sich nun an die Seitenlinie und rufe ab und zu noch mal rein, kündigte er an.

Frische Gesichter

«Es müssen nun ein paar frische Gesichter ran», erklärte Heinz «Der ewige August» Möller (siehe auch Interview). Und die standen auch schon parat: Neuer Chef ist Lothar Striffler, sein Stellvertreter der Radiomoderator Rainer Maria Ehrhardt. Das Amt der Schatzmeisterin übernimmt Barbara Becker. Als Spielausschussvorsitzender löst Detlev Byns Uta Patzina ab. Tina Kromschröder übernimmt die Fundus- und Kostümverwaltung. Plakate, Internet, Pressearbeit bleiben kommissarisch erst mal in den Händen von Rainer Maria Ehrhardt. Anna Altheim bleibt Schriftführerin.

«Es ist eine Herausforderung und gleichzeitig eine Herzensangelegenheit», erzählte der neue Vorsitzender Lothar Striffler im Hinblick auf das schwere Erbe, welches er nun antritt. Seit seinem zehnten Lebensjahr engagiert er sich bei der Volksbühne, in den vergangenen sechs Jahren vor allem als Bühnenmeister. Diese Aufgabe wird er im Übrigen, bis sich ein würdiger Nachfolger findet, auch weiterführen.

«Besser machen als Heinz August kann ich es nicht», gab sich Striffler bescheiden. Doch er werde sich größte Mühe geben, die Volksbühne in dessen Sinne zu leiten, versprach er. «Mit ihm als Mentor an meiner Seite werde ich das schaffen», betonte er.

Ehrenmitglieder

Die nächsten Projekte, die der neue Vorsitzende in Angriff nehmen möchte, sind die Renovierung des Clubheims, die Erneuerung der sanitären Anlagen und das Werben neuer Abonnenten. Seine erste Amtshandlung brachte Striffler im Übrigen bereits kurz nach Amtsantritt hinter sich. Er verlieh Petry, Dagmar Möller und Richter für ihre Verdienste die Ehrenmitgliedschaft bei der Volksbühne. Sein Vorgänger Heinz August Möller ist nun Ehrenvorstandsvorsitzender auf Lebenszeit.

Die Homburger Woche schrieb am 1. April 2011:
Ein weiterer Artikel in der Taunuszeitung vom 29.3.2011:

Interview: Der Tausendsassa

Er war «Mr. Volksbühne», leitete die Geschicke des Ensembles 42 Jahre lang. Die TZ sprach mit Heinz August Möller über einen Abschied.

Bad Homburg

Herr Möller, ist das nach 42 Jahren jetzt Ihr endgültiger Abschied?

MÖLLER: Eigentlich wollte ich mich bereits vor sechs Jahren abwählen lassen, doch dann fand sich kein Nachfolger und so ließ ich mich überreden, für zwei weitere Jahre zu kandidieren. Und ich wurde gewählt. Im vergangenen Juli erkrankte ich dann und musste kürzer treten. Nun ist es höchste Zeit, das Amt an Jüngere abzugeben. Möglicherweise empfinde ich es auch deshalb nicht als Abschied, weil ich die Volksbühne in guten Händen weiß.

Wie sind Sie damals zur Volksbühne gekommen?

MÖLLER: Ich war ein junger Mensch, gerade einmal 18 Jahre alt, als ich zur Volksbühne kam. Das war 1958. Damals war ich ausschließlich für das Bühnenbild zuständig. Dann stieg ich auf, bekam erste Rollen, später führte ich Regie. Mit 30 übernahm ich dann den ersten Vorsitz. Das war 1969.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

MÖLLER: Ich will jetzt noch ein bisschen leben. Es ist an der Zeit, auf den Körper zu hören. Ich will wieder gesund werden, mache Therapien und trainiere unermüdlich. Jetzt, wo meine Frau und ich wieder mehr Zeit haben, werden wir uns sicher den ein oder anderen Urlaub gönnen. Begonnen haben wir damit bereits, als wir dem Winter entflohen und für einige Wochen in die Türkei fuhren. Der Volksbühne gehen wir natürlich nicht verloren. Wir werden, wenn unsere Hilfe gesucht wird, immer zur Verfügung stehen.

Was wünschen Sie Ihren Nachfolgern?

MÖLLER: Ich wünsche ihnen eine gute Hand, eine gute Auswahl bei den Stücken und immer ein volles Theater. mlf

Sogar die Frankfurter Rundschau berichtete über den Vorstandswechsel: (29.3.2011)

Suchen: